18.09.2018

Photovoltaikanlagen für Unternehmer – lohnt sich das?

Seit August 2014 rentiert es sich nicht mehr, eine Photovoltaikanlage zu installieren, um den Strom für den eigenen Betrieb zu nutzen – denkt vielleicht mancher Firmeninhaber.

„Zugegeben, 40% der EEG-Umlage, die bei Anlagen größer 10 kWp für den Eigenverbrauch zu zahlen sind, machen die Erwirtschaftung einer vernünftigen Rendite nicht einfach“, sagt Bastian Arend, Geschäftsführer der clear sky energietechnik GmbH in Heidelberg, „aber auch nicht unmöglich“.

Eine Photovoltaikanlage, die optimal auf Eigenverbrauch ausgelegt ist, ist trotzdem eine hervorragende Investition. Allerdings geht dieser Optimierung eine genaue Analyse der Arbeits- und Produktionsprozesse voraus. In vielen Betrieben ist der höchste Stromverbrauch tagsüber während der üblichen Arbeitszeiten. Also genau dann, wenn die Photovoltaikanlage Strom produziert.

„Bevor wir die genaue Auslegung der PV-Anlage festlegen, machen wir zuerst einmal eine Lastganganalyse“, erklärt Markus Müller, technischer Leiter der Firma clear sky. „Das heißt, wir ermitteln, wieviel Strom zu bestimmten Zeiten verbraucht wird. Mit diesen Daten können wir dann die Anlage optimal für den Eigenverbrauch auslegen und eine genaue Wirtschaftlichkeitsberechnung durchführen.“

Früher ging man noch davon aus, dass eine PV-Anlage, wenn irgend möglich nach Süden ausgerichtet sein sollte. So konnte viel Strom produziert und eingespeist werden. Gerade bei produzierenden Betrieben, muss das nicht die beste Lösung sein. Wer schon morgens viel Strom benötigt, sollte z. B. mehr Module auf dem Ostdach installieren. Will man auch im Winter möglichst viel Strom produzieren, empfiehlt sich eine möglichst steile Aufstellung der Module oder gar eine Anbringung an der Fassade.

„Wir haben die Fachleute und das spezielle Fachwissen, Ihre Anlage bestmöglich zu planen. Einen Eigenverbrauch des selbstproduzierten Solarstroms von 70% und mehr zu erzielen, ist absolut realistisch“, betont Arend. „Und was die Amortisationszeit betrifft, da liegen Sie bei 7 bis 10 Jahren. Ich denke, damit stellt sich auch für Unternehmen kaum noch die Frage nach der Rentabilität einer PV-Anlage.“

Ein Beispiel – Sie investieren 120.000 € in eine PV-Anlage mit 100 kWp Leistung. Während der Woche nutzen Sie den selbstproduzierten Strom in Ihrem Unternehmen. Am arbeitsfreien Wochenende wird der größte Teil des Stroms in das öffentliche Netz eingespeist, so dass Sie auf einen Eigenverbrauch von 75% kommen. D. h., Sie verbrauchen ca. 75.000 kWh Solarstrom. Nehmen wir an, Sie bezahlen für den Strom, den Sie aus dem öffentlichen Netz beziehen, pro kWh 18 Cent. Dann sparen Sie pro Jahr etwa 13.500 €. Zusätzlich erhalten Sie noch 2.500 € für den eingespeisten Strom. Zieht man davon die EEG-Umlage in Höhe von 2,5 Cent je kWh für selbstverbrauchten Strom ab, so bleibt immer noch eine Ersparnis von über 14.000 € pro Jahr. Und dies ist konservativ gerechnet.

Eine Erhöhung der Eigenverbrauchsquote ist beispielsweise durch ein angepasstes Lastmanagement möglich. Hier kann durch Verlagern von Prozessen mit hohem Stromverbrauch auf Zeiten mit hoher Solarstromproduktion eine Optimale Ausnutzung erreicht werden. So sind – wie erwähnt – mehr als 70% Eigenverbrauch zu realisieren.

Und noch was sollte man nicht aus den Augen verlieren. Es ist wohl kaum zu erwarten, dass die Preise für fremdbezogenen Strom sinken werden. So gewinnen Sie mit einer eigenen PV-Anlage ein Stück Autarkie und können Preissteigerungen gelassener entgegensehen.